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Missverständnisse vermeiden durch Mediation

Wenn Sie glauben, Sie seien missverstanden worden, gehen Sie nicht davon aus, dass es ein Richtig oder ein Falsch gibt. Es gibt immer mindestens zwei Sichtweisen der Dinge. Der Unterschied besteht in den unterschiedlichen Vermutungen, Vornahmen und Interpretationen der Geschehnisse.

Zwei wichtige Fertigkeiten unterstützen Sie, Missverständnisse zu vermeiden.


1. Erstens verdeutlichen Sie Ihr Denken der anderen Person.
Beginnen Sie immer mit Ihrer Sichtweise und sagen Sie:

„Folgendes sah, hörte und fühlte ich…“
Sagen Sie dann, was Sie vermuten: „ Deshalb gehe ich davon aus, dass…“
Ziehen Sie dann Ihre Schlussfolgerung:
„Deshalb dachte ich…, weil…“ Das macht Ihr Denken dem/derjenigen gegenüber deutlicher. Der/Die andere kann so nachvollziehen, wie Sie zu Ihrer Schlussfolgerung kamen.


2. Als zweiten Schritt finden Sie Näheres über die Vermutung der anderen Person heraus.
Gute Fragen dazu sind:

„Was veranlasst Sie, dies zu sagen oder zu tun?“
„Was war es, dass Sie zu dieser Schlussfolgerung veranlasst hat?“
„Können Sie mir helfen nachzuvollziehen, wie Sie zu diesem Schluss kamen?“

Möglicherweise stimmen Sie dem anderen Menschen immer noch nicht zu, jedoch Sie werden Ihre Denkweise und die des anderen besser verstehen. Durch diese Fragen heben Sie den Inhalt weg von der Emotionalität hin zum neutralen Informationsaustausch.
Statt zu versuchen, den Standpunkt der anderen Person zu verstehen, stellen wir oft einfach nur ihre Schlussfolgerung in Frage. Dadurch zwingen wir die Person in eine Position, ihre Ansicht zu verteidigen. Keiner irrt gerne. Wenn unsere Ansicht angefochten wird, verteidigen wir sie auch. Statt uns gegenseitig besser zu verstehen, verteidigen wir unsere Meinung umso leidenschaftlicher.

Wir glauben zwar irrtümlich wir reagieren auf unsere äußere Welt, doch meistens reagieren wir auf unsere innere Welt. Schlussfolgerungen werden da leicht zu Tatsachen. Die meisten Etiketten entstehen in unserem Kopf durch unbewusste Selbstgespräche. Unser Erleben ist geprägt von Worten, die wir hören und von denen, die wir anderen und uns selbst gegenüber verwenden.

Fazit: Worte sind Informationsträger. In unserem internen System geben wir aus unserem Modell der Welt diesen Worten Sinn!

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