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Cornelia Siegmann 

   

Ihr NLP Coach für eindeutige Kommunikation
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Angst verleiht Flügel: Schutz oder Falle

Sie lähmt uns. Sie macht uns krank. Sie treibt uns zu Höchstleistungen.

 

Angst ist das Gefühl der "Unheimlichkeit" und des "Ausgesetztseins" in der Welt. Oft geht Angst mit psychischen Störungen einher. Doch sie ist auch nützlich: Ohne Angst hätten die Menschen früher nicht überleben können. Und auch heute noch warnt uns die Angst vor Risiken. Die "Schrecksekunde" ist zum Beispiel der Augenblick, in dem wir entscheiden, wie wir uns in einer bestimmten Situation verhalten.

Was ist Angst?

Das Wort "Angst" stammt vom griechischen Verb "agchein" und dem lateinischen "angere" ab. Beides heißt übersetzt "würgen", "die Kehle zuschnüren". Über die Psychoanalyse und Existenzphilosophie hat sich das deutsche Wort international eingebürgert, etwa im Englischen als "angst". Während Furcht klar auf eine äußere Gefahr hin ausgerichtet ist, gilt Angst als unbestimmt.
In der Psychologie wird zwischen Angst als Zustand (state anxiety) und Angst als Eigenschaft (trait anxiety) unterschieden. Während die Zustandsangst eine vorübergehende Emotion infolge einer realen Gefahr ist, führt die "trait anxiety" dazu, dass Situationen auch ohne akute Bedrohung als gefährlich eingeschätzt werden. Angst äußert sich körperlich unter anderem durch Pulsbeschleunigung, Erweiterung der Pupillen und Händeringen; psychisch wirkt sie als Gefühl des Entsetzens und der Ausweglosigkeit.
Angst ist aber nicht nur eine lähmende, sondern auch eine mobilisierende Emotion. So sind Menschen, die sich vor einer drohenden Gefahr ängstigen, manchmal zu Leistungen fähig, die ihnen unter normalen Umständen nicht möglich gewesen wären.
In riskanten oder als riskant empfundenen Situationen schütten die Nebennieren Adrenalin und Noradrenalin aus. Das Herz schlägt dann schneller und das Blut bindet mehr Sauerstoff. Der Körper ist damit besser in der Lage, sich zu verteidigen oder zu fliehen. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort, wonach Angst Flügel verleiht.

Angst kann Menschen belasten und sogar psychisch ruinieren. Sie ist aber wegen ihrer Warnfunktion oft lebensrettend. Angst überkommt den Menschen meist unfreiwillig und unkontrolliert. Eine Ausnahme ist die Angst als Lust, der sich Menschen freiwillig aussetzen, sei es auf der Achterbahn oder beim Schauen eines Horrorfilms.

Die Emotionspsychologie unterscheidet zwei Bedingungen der Angst:
• Manche Menschen bekommen aus übergroßer Ängstlichkeit Angst.
• Andere verspüren Angst in einem Moment tatsächlicher, akuter Bedrohung.

Andere Zeiten-Neue Ängste-andere Ängste

Ohne Angst könnte der Mensch heute kaum leben und seine Vorfahren hätten es schon gar nicht gekonnt. Die Angst warnt uns und hält uns davon ab, unverantwortliche Risiken einzugehen. Zugleich mobilisiert sie Kräfte, sei es zur Abwehr oder zur Flucht. Im Laufe der Zivilisation sind die unmittelbaren Bedrohungen durch die Natur geringer geworden, vor allem für die Stadtmenschen in den Industrienationen.
Kein Säbelzahntiger bedroht uns mehr, der letzte Braunbär wurde in Deutschland auch ausgerottet. Anders sieht es in Teilen Asiens, Afrikas und Amerikas aus. In manchen Gegenden Indiens müssen sich Holzfäller oder Kautschukzapfer heute noch vor Tigern oder Elefanten in Acht nehmen.

In der Wohlstandsgesellschaft haben sich dagegen neue Ängste herausgebildet: sei es die Angst vor Atomkraft, Arbeitslosigkeit oder genetisch veränderten Lebensmitteln. Die modernen Ängste sind auch zum politischen Faktor geworden: In der westlichen Welt nahmen sich zuerst die grünen Parteien der Ängste um die Umwelt an und zogen damit in die Parlamente ein.

Philosophie der Angst

Platon und Aristoteles begriffen Angst in der Antike noch primär als physische Reaktion, die sich auf konkrete Objekte bezieht. So kommt die Angst auch nicht in Aristoteles' Werk "De anima" (Über die Seele) vor. Der abendländische Kirchenvater Augustinus (354-430 nach Christus) sah die Angst als eine der vier menschlichen Hauptleidenschaften. Er unterschied die niedrige Furcht vor Strafe von der höher bewerteten Furcht vor Schuld aus Ehrfurcht vor Gott.
Der dänische Theologe Sören Kierkegaard (1813-1855) betrachtete die existenzielle Angst als Wesensmerkmal menschlichen Denkens und der Willensfreiheit. Im Sprung in den Glauben soll laut Kierkegaard die Angst überwunden werden.
Für den deutschen Existenz-Philosophen Martin Heidegger (1889-1976) war Angst eine Grundbefindlichkeit, in der das Dasein auf sich selbst zurückgeworfen wird. In der Angst eröffnet sich der Existenz ihre Endlichkeit und ihre Nichtigkeit, denn der Mensch empfindet das Dasein als "Sein zum Tode".

Theorien der Angst

Die Theorien zur Angst stammen vor allem aus der Psychoanalyse, der Lerntheorie und der Kognitionspsychologie. In der Psychoanalyse Sigmund Freuds gilt das Ich als "Angststätte". Dem Ich werden aus drei Quellen Furchtgefühle eingeflößt: durch Angstsignale aus der Außenwelt ("Realangst"), durch die Triebe des Es, also des Unbewussten ("neurotische Angst"), und durch Bedrohungen des Über-Ichs ("Gewissensangst").
Die Lerntheorie besagt, dass viele Ängste im Laufe des Lebens durch individuelle Lernprozesse entstehen, aber durch Lernprozesse auch wieder abgebaut werden. Die Erklärung für diesen erfahrungsbedingten Einfluss auf die Angst sind die Konditionierung, also das Lernen auf Reize zu reagieren und das instrumentelle Lernen von Abwehrreaktionen. Kinder lernen zum Beispiel von Eltern, die bestimmte Ängste zeigen, diese Ängste zu übernehmen.
Die kognitive Angsttheorie betont, dass die emotionalen Konsequenzen aus der Informationsverarbeitung eines Menschen zu Angst führen können. Angst entspricht dann dem "Wegfall interner Kontrolle" (J. B. Rotger) oder "gelernter Hilflosigkeit" (E. P. Seligman). Angst ist also Folge eines Kontrollverlustes durch Fremdheit, Ungewissheit, Verlassenheit oder die Vorwegnahme von Gefahr.

Der Blick ins Gehirn: Der Schaltkreis der Angst

Der Anblick einer Spinne oder huschender Schatten im Dunklen lassen blitzschnell die sensible Alarmanlage des Gehirns schrillen – Schweißausbrüche und nackte Angst sind die Folge. Oft ist es ein Fehlalarm. Doch das Gehirn korrigiert schnell.

Das limische System

Limbisches System

Dieses stammesgeschichtlich uralte Areal besteht aus mehreren verbundenen Strukturen, unter anderem der Amygdala, dem Hippocampus und dem Septum. Einige der Bestandteile des limbischen Lappens spielen auch eine Rolle bei Gefühlen und andere sind jedoch für das Gedächtnis oder die Motivation und Navigation zuständig.

Die Amygdala schätzt Gefahren ein und steuert die Kaskade der Angstreaktionen.
Direkt vom Thalamus sieht aus wie ein Erdnuß -einem Teil des limbischen Systems- erhält die Amygdala eine grobe Skizze der Situation, um schnell die Gefahr einzuschätzen.
Eine genaue Analyse liefert etwas später der langsamere Weg vom Thalamus über den Neocortex und den Hippocampus.

Doch woher weiß das Gehirn eigentlich, ob eine Lage gefährlich ist?

Die zugrundeliegenden Mechanismen werden als einen Schaltkreis der Angst beschrieben, der über zwei Wege Informationen an die Amygdala sendet: einmal schnell, grob und fehleranfällig, und einmal langsam, aber durch genaue Analyse überprüft.
Ausgangspunkt ist stets der Thalamus. Dieser Teil des Zwischenhirns bildet das Tor zum Bewusstsein und ist eine wichtige zentrale Schaltstelle für Nachrichten von den Sinnesorganen. Erhält er einen emotionalen Reiz wie zum Beispiel ein lautes Geräusch, leitet er eine grobe Skizze des Sinneseindrucks direkt weiter an den lateralen Amygdalakern, dem Eingang der Amygdala.
Dort bewerten die Zellverbände den Reiz anhand angeborener Mechanismen und erlernten Wissens auf emotionale Bedeutung und den Grad der Bedrohlichkeit und leiten die Information weiter zum zentralen Kern der Amygdala. Wird der Reiz als bedrohlich eingestuft, wird dieser zentrale Kern der Amygdala aktiviert – und aktiviert selbst über Nervenleitungen verschiedene vegetative Systeme. So werden körperliche Angstreaktionen ausgelöst, wie sie auch Hanna beschreibt: „Alles ging wahnsinnig schnell, ich hatte Angst, mein Herz raste, ich war starr vor Schreck.
Auch der Hirnstamm und die Großhirnrinde werden informiert. Der Hirnstamm löst automatische Verhaltensreaktionen aus, die von einem Erstarren über Flucht bis zum Angriff reichen können. Die Großhirnrinde ist verantwortlich für das emotionale Erleben der Angst.

Ein Überblick über die häufigsten Angsterkrankungen: Panik, Phobien, Sorgen...

Generalisierte Angststörung. Das sind lang anhaltende Ängste und Sorgen mit verschiedensten Inhalten.
Unter einer generalisierten Angststörung versteht man lang anhaltende Ängste und Sorgen mit verschiedensten Inhalten. Die Betroffenen sorgen sich etwa um ihre Gesundheit, ihre Zukunft, ihre finanzielle Absicherung und Probleme des täglichen Lebens, um Eltern, Kinder oder Freunde. Nicht die Inhalte dieser Sorgen, sondern ihr Ausmaß machen daraus eine Erkrankung mit Beeinträchtigungen. Die Betroffenen haben wegen der anhaltenden Ängste und Nervosität Schwierigkeiten, sich auf die Anforderungen ihres Lebens zu konzentrieren, und leiden vielfach unter körperlichen Symptomen wie Schwitzen, Herzklopfen, Schwindel oder Oberbauchbeschwerden.

Eine Panikstörung liegt dann vor, wenn in objektiv nicht bedrohlichen Situationen wiederholte plötzliche Angstattacken auftreten. Eine solche Panikattacke erreicht in der Regel innerhalb weniger Minuten ihren Höhepunkt. Die Betroffenen zeigen starke körperliche Symptome wie Herzrasen, Atemnot, Schwitzen, Zittern, Schwindel oder Übelkeit. Sie erleben dabei meist überwältigend starke Gefühle von Kontrollverlust und von Angst, verrückt zu werden, zusammenzubrechen oder zu sterben. In der Folge entwickeln sie meist eine "Angst vor der Angst" oder auch "Erwartungsangst" vor dem Auftreten weiterer Panikattacken oder ihren Konsequenzen.

 

 

Und hier lesen Sie mehr: http://www.vip-neurocoach.de/neuroimpuls/neuro/die-gesichter-der-angst.html

 

Bildquelle: (Limbische System) https://en.wikipedia.org/wiki/Limbic_system

Quellen: http://www.planet-wissen.de/gesellschaft/psychologie/angst/index.html
http://www.welt.de/angst/experten/136205982/

 

 

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